LE MESSAGER QUI BÉGAIE
Par Patrice Bigel.
Das zeitgenössische Theater ist in Bedrängnis geraten: man kann heutzutage nie genügend über den Druck reden, der auf die Theaterschaffenden ausgeübt wird. Man muss heute über viel Optimismus oder Unbewusstsein verfügen, um sich in die Zukunft versetzen zu können - auch wenn es nur für die Dauer einer Produktion ist.
Gegenwärtig muss das Schaffen im Theater einer bestimmten Anzahl von Kriterien entsprechen, die von dem potentiellen Angebot vorgegeben werden : sichere und rentable Produkte werden risikoreichen künstlerischen Experimenten vorgezogen. Mehr denn je muss man sich" verkaufen" können. Jeder ist sich einig, dass das künstlerische Schaffen nachgelassen hat. Aber handelt es sich in Wirklichkeit nicht eher um ein allgemeines Desinteresse an Neuerungen als um die Tatsache, dass es keine Neuerungen gibt?
Dieser Zustand lähmt den Beruf der Theaterschaffenden und bringt einen unerträglichen Korporatismus mit sich. Man gibt sich nur noch mit Leuten des gleichen Milieus ab, auch auf die Gefahr hin, einzig bei einem eingeweihten Publikum Anklang zu finden, wodurch man sich jedoch einengt. Unterschiedliche und gegensätzliche Theaterexperimente sind absolut notwendig, denn nur eine Fülle von ästethischen Formen kann zu einem bewegten kulturellen Leben führen.
Das Theater ist der ideale Ort zum Experimentieren und für Innovationen.
Theater ist lebendige Kunst und somit auch zum Verschwinden verurteilt. Der Künstler muss sich ständig bemühen, die Zeit neu zu erobern. Er muss Neues gestalten, immer wieder, - selbst wenn er dem Publikum, das ihm vorher gewogen war, missfallen sollte.
Der Künstler darf nicht mit seinem Schaffen spekulieren.
Im Theater beginnt alles, wenn der Bote der schlechten Nachrichten durch die Wichtigkeit seines Auftrags verwirrt ist und anfängt zu stottern. In diesem Moment kommt eine sehr starke Wahrheit zum Ausdruck: sie entsteht durch die Besessenheit des Boten, trotz allem sein Amt auszuüben.
